Maxie Wander (eigentlich Elfriede Brunner), 1933 in Wien geboren, lebte seit 1958 mit ihrem Mann, dem österreichischen Schriftsteller Fred Wander, in der DDR. Sie war Sekretärin, Fotografin und Journalistin, schrieb Drehbücher und Kurzgeschichten. Außerdem war sie als Koautorin an mehreren Reiseberichten ihres Mannes beteiligt.
Bekannt geworden ist durch sie übrigens das Genre der Protokoll-Literatur bzw. dokumentarische Literatur. Also literarische Texte, die aus nichtliterarischem, recherchiertem oder authentischem Material zusammengestellt oder komponiert wurden. Ihr bekanntestes Buch ist Guten Morgen, du Schöne. Protokolle nach Tonband. Darin lässt die Autorin Frauen unterschiedlicher sozialer Herkunft und unterschiedlichen Alters über ihre Alltagserfahrungen, Befindlichkeit und Wünsche sprechen.

1972, fünf Jahre vor ihrem Tod, hat sie ihre Situation so skizziert:

»Eine neununddreißigjährige Wienerin, die ihre große Liebe gefunden und geheiratet hat, einen schwer vorbelasteten, sechzehn Jahre älteren, gut aussehenden, liebesfähigen, schwermütigen, feinfühligen jüdischen Mann. Sie hat zwei Kinder geboren, eines wieder verloren, hat niemals einen Berut erlernt, einige aber aus- geübt, sie hat ein Kind aus einem Heim zu sich genommen, hat ihre Heimat verlassen und sie erst danach, viel später, als Heimat begriffen. Sie hat mit einem Schlag das Altern begriffen, das andere Leute vielleicht als Prozess erleben, der nichts Erschreckendes hat. Sie musste begreifen lernen, wie wenig sie sich vorbereiten konnte, allein vertrauend aut ihren hübschen, noch immer jugendlichen Körper. Was nun?«

Fred Wander, dieser beschriebene Mann, hat aus über tausend Briefen und Tagebuchblättern eine Auswahl zusammengestellt, die sowohl Lebensgeschichte seiner Frau greifbar macht, als auch die Geschichte einer Krebskranken. Mit großer Offenheit hat Maxie Wander in Briefen an Freunde und persönlichen Aufzeichnungen über die einzelnen Stationen ihrer Krankheit berichtet, über ihr Erschrecken, ihre Hoffnungen, das Verschleiern und Verschleppen, über die ganze Ohnmacht und das Versagen der Medizin, aber auch ihrer Umgebung dieser Krankheit gegenüber. Zwischen Hoffnung und Verzweiflung schreibt sie: »Leben wär‘ eine prima Alternative.«

Ich habe zwei Ausgaben der Aufzeichnungen und Briefe: Eine – leicht gekürzte – Ausgabe von Luchterhand unter dem Titel Leben wär‘ eine prima Alternative und die Originalausgabe vom buchverlag der morgen aus Berlin.

Bisher war mir Maxie Wander kein Begriff;. Die Originalausgabe wurde mir geschenkt; die zweite fand ich einem öffentlichen Bücherschrank in der Nähe des Kunstvereins Tosterglope.

Schreibe einen Kommentar